Aktuelles von der Nürnberger Baugruppe

Hier informieren wir Sie über Ereignisse und Entwicklungen in der Nürnberger Baugruppe.


Wir setzen auf Eigeninitiative und Teamarbeit

Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit Black Box Open

von Oswald Heizenreder

Wohl kaum ein Unternehmen wird das Gegenteil behaupten. Aber was motiviert einen Mitarbeiter und was schränkt seine Leistungsbereitschaft ein? Wie schaffen es Teams ihre Zusammenarbeit und ihre Arbeitsergebnisse in großer Eigenständigkeit kontinuierlich zu verbessern? Diesen Fragen werden wir künftig mindestens so viel Aufmerksamkeit schenken müssen wie den traditionellen Unternehmens­kennzahlen Umsatz, Kosten und Ergebnis.

Forschungsprojekt

Erste Antworten darauf versprechen wir uns aus der Teilnahme an einem Forschungsprojekt der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg und der Technischen Universität Eindhoven in Zusammenarbeit mit BlackBox/Open GmbH & Co.KG.

Fünf Teams aus dem Outsourcing Rechnungswesen, der Personalabteilung und dem Rechnungswesen EDV-Betriebe arbeiten seit Anfang März mit unterschiedlichen Methoden zum Selbstmanagement und zur Selbststeuerung von Teams. Zunächst ist eine Teamvision entstanden, in der die jeweilige Gruppe ihren Leistungsanspruch und ihr Selbstverständnis zum Ausdruck bringt. Anhand ausgewählter Themenblöcke werden nun die unterschiedlichen Methoden angewandt.

Methode

Bei der ProMES®-Methode (Productivity Measurement and Enhancement System) definieren die Teams selbständig Indikatoren, anhand derer sie ihre Leistung und ihren Leistungsfortschritt künftig messen wollen. Das sogenannte "Job Crafting" stellt dagegen das individuelle Selbstmanagement jedes einzelnen in den Vordergrund und fordert ihn auf pro-aktiv Schwierigkeiten im täglichen Arbeiten anzugehen und nach Lösungen zu suchen. Spannend wird es sein zu beobachten, wie sich die Teams entwickeln, die beide Methoden gleichzeitig anwenden. Denn das ist genau das Ziel des Forschungsprojekts, die beiden Methoden miteinander zu "verheiraten".

Wir setzen auf Eigeninitiative und Teamarbeit
Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit Black Box Open
Wir setzen auf Eigeninitiative und Teamarbeit

Das gesamte Projekt läuft bis Mitte Juni. Die Teamvisionen der Teams aus der Personalabteilung und der Kreditorenbuchhaltung EDV Betriebe durfte ich bereits kennenlernen und es war eine Freude zu sehen, was in so kurzer Zeit entstanden ist.

Ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmer und ich bin schon sehr gespannt auf die Abschlusspräsentationen.


„Auf Dich kommt es an“

Resümee des BRZ Führungskräfteprogramms

von Oswald Heizenreder

„Auf Dich kommt es an“ ist das Motto des Leitbilds, in dem das BRZ seine strategische Positionierung zusammenfasst. Da Strategie und Führung nicht isoliert voneinander betrachtet werden können, war es nur konsequent dem Führungs­kräfte­entwicklungs­programm denselben Namen zu geben. Im Februar 2017 ging für insgesamt 16 Teilnehmer ihre Veranstaltungsreihe nach gut einem Jahr zu Ende. Die überwiegende Zahl der Teilnehmer verfügt bereits über langjährige Führungs­erfahrung und dennoch ist es eben immer wieder eine große Heraus­­forderung, Veränderungs­prozesse erfolgreich zu gestalten, Teamentwicklung erfolgreich zu begleiten oder auch vermeintlich ganz einfach ein Mitarbeitergespräch zu führen. Mit ihrem Trainer Walter Wiberny (zfm Bonn) wurde darüber intensiv diskutiert und an den sogenannten „Kaminabenden“ dann auch die Geschäfts­führung und die verantwortlichen Bereichsleiter in den Gedankenaustausch einbezogen.

BRZ Führungskräfteprogramm
„Auf Dich kommt es an“
BRZ Führungskräfteprogramm

Dass Führungsthemen kein Selbstzweck ist, sondern dem Erreichen von Unternehmens­zielen dient, haben die Teilnehmer mit ihren Veränderungs­projekten beeindruckend unter Beweis gestellt. In den Projekten wurde die Entwicklung und Vermarktung der ersten BRZ App bearbeitet, die Möglichkeiten einer e-learning Plattform aufgezeigt und die Grundlagen für ein internes Wissens­management gelegt. Neben den inhaltlichen Erkenntnissen, entstanden aber auch hilfreiche Erfahrungen über die „Stolpersteine“ und Erfolgs­faktoren von Projektarbeit an sich. So wird ein Projekt nur erfolgreich sein, wenn gleich zu Beginn ausreichend Zeit auf die Klärung der Projekt­aufgabe verwendet wird und das Projektteam dann auch die notwendige Zeit und Ressourcen für eine erfolgreiche Umsetzung eingeräumt bekommt.

Die größten „Gewinner“ dieser Veranstaltung aber waren die Mitglieder der Geschäftsleitung. Die intensive Aussprache an den Kaminabenden sowie die tollen Ergebnisse aus den Veränderungs­projekten waren mitentscheidend dafür, dass wir nun den Schritt zu „weniger Hierarchie“ und mehr eigen­verantwortlicher Team- und Projektarbeit noch intensiver angehen wollen im BRZ und in der Nürnberger Baugruppe insgesamt. Im Juni startet die nächste Runde unseres Führungs­kräfte­entwicklungs­programms, dann für unsere gesamte Unternehmens­gruppe. Ich freue mich bereits auf die nächsten Kamingespräche und bedanke mich auch im Namen meiner Kollegen bei den Teilnehmern der vorangegangenen Veranstaltungsreihe.


Bauen und Arbeiten 4.0

Unser traditionelles Jahrestreffen im März 2017

Rudolf Edelmann berichtet

Im März trafen sich die Führungskräfte der Nürnberger Baugruppe zu ihrem traditionellen Jahrestreffen, das in diesem Jahr in Neuendettelsau stattfand. In den Vorträgen wurde die voranschreitende Digitalisierung in der Baubranche aus verschiedenen Blickwinkeln und natürlich mit einem starken Bezug zu den Unternehmen der Nürnberger Baugruppe beleuchtet.

Dr. Felix Enge von der Unternehmensberatung Stauffen AG stellt dar, wie die in der Industrie schon lange bekannte „Lean“- Gedanke nun auch in der Bauproduktion zunehmend Einzug hält. „Verschwendung“ ist der zentrale Begriff, dem mit den „Lean“-Prinzipen zu Leibe gerückt werden soll. Unter Verschwendung versteht man Baumängel, Stillstandzeiten unnötiges Vorhalten von Baumaterial oder grob gesagt alles, was unnötig Zeit und Geld kostet. „Lean Production“ setzt eine hohe Planungsreife vor Baubeginn voraus und ist damit exakt der Gegenentwurf zu der noch immer üblichen baubegleitenden Planung. Damit ist die Verwandtschaft zur Methode BIM unübersehbar. Die Staufen AG arbeitet bei den Lean- Production Projekten gerne mit der der viewer Technologie Desite MD für grafische Gebäudemodelle der Fa. ceapoint, einem Tochterunternehmen des BRZ.

Mein Kollege Oswald Heizenreder von der Nürnberger Baugruppe stellt in seinem Vortrag heraus, dass die Digitalisierung nicht nur neue Technologien hervorbringen wird, die bestehende Arbeitsprozesse verändern, sondern auch neue Formen der Zusammenarbeit zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor werden. Der oben dargestellte „Lean Construction“- Ansatz gehört hier ebenfalls dazu, wie eine verstärkte Entwicklung der Arbeitswelt hin zu mehr Team- und Projektarbeit. Nur so wird es Unternehmen ganz allgemein und den Unternehmen der Nürnberger Baugruppe im Besonderen gelingen, sich immer wieder an eine Umwelt mit zunehmend kurzen Innovationszyklen anpassen zu können.

Mobile Anwendungen gehören zu den wichtigsten Digitalisierungstrends. Thomas Barwitz, Leiter Produktmanagement Outsourcing Lohn im BRZ, stellt die neue BRZ 10 App BRZ. Mobile vor, die eine mobile Stundenerfassung auf der Baustelle samt Bautagebuch und künftig auch eine Gerätedisposition beinhaltet. Die Informationen stehen dann ohne nochmalige Eingabe in „Echtzeit“ im Büro zur Verfügung und können dann dort weiterverarbeitet werden.

Auch das Gerätemanagement wird sich verändern. Baustellengeräte übermitteln ihre Vorhalte- und Einsatzzeiten automatisch in die Geräteabrechnung und lösen dort die entsprechenden Buchungssätze aus. Laut Herrn Michael Kutzner, Leiter Produktmanagement Logistik beim BRZ ist das keine „Zukunftsmusik“ mehr. Derzeit unterstützt er die MTA der Nürnberger Baugruppe bei der Umstellung auf ein solches System.

Prof. Dr. Oepen, Geschäftsführer des BWI Bau beendet den ersten Tag mit einigen bewusst provokanten Thesen zu den künftigen Geschäftsmodellen von Bauunternehmen. Die exakte Mengenermittlung mit Hilfe von grafischen Bauwerksmodellen werden Leistungsverzeichnisse überflüssig machen und zu ganz neuen Kalkulationsverfahren führen, so seine erste These. Die Bauunternehmen sieht er vor einem Scheideweg. Entweder werden sie zu Experten der Methode BIM („Building Information Modeling“) oder ihnen bleibt „nur“ die Rolle des Baustellenmonteurs als Nachunternehmer. Diese Aussagen bieten reichlich Diskussionsstoff für das gemeinsame Abendessen.

Am nächsten Tag verdeutlicht Stefan Stark, Leiter Outsourcing Rechnungswesen BRZ, dass die Digitalisierung nicht nur die Baustellenprozesse betrifft sondern auch und gerade im „Back Office“ vehement Einzug hält. Bestes Beispiel ist die automatische Rechnungserkennung, wobei nach dem Scannen einer Eingangsrechnung viele Kontierungsschritte durch eine intelligente Software vorgenommen werden. Dadurch wird sich das Berufsbild des traditionellen Buchhalters verändern, der sich verstärkt um Prozesse und um die Analyse des Buchungsstoffes kümmern kann. Die neue Berufsbezeichnung „bitroller“ ist noch etwas gewöhnungsbedürftig.

Unser Immobilienentwickler Bayernhaus sammelt aktuell erste Erfahrungen mit der im gestrigen Vortrag angesprochenen Lean- Methode, die oftmals auch als Lean Construction bezeichnet wird. Wie Matthias Muck, Projektleiter bei Bayernhaus darstellt, möchte er sich dem Thema schrittweise nähern. Elementar erscheint ihm, zunächst einmal allen an einem Bauvorhaben Beteiligten zu verdeutlichen, wie notwendig es ist miteinander statt nebeneinander das Vorhaben zu planen und zu bauen. Dafür genügen erst einmal ganz einfache Instrumente, wie einen gemeinsamen Planungs- und Besprechungsraum einzurichten („Big Room“ genannt).

Herr Stefan Göpfert, Personalchef der Nürnberger Baugruppe“ schließt die Vortragsreihe mit einem Überblick zu dem neuen Personalentwicklungsprogramm, das ebenfalls ganz im Zeichen der neuen Arbeitswelt steht und den Schwerpunkt auf Team- und Projektarbeit legt. Das bedeutet eine große Veränderung im Führungsverständnis in einer bisher eher hierarchisch geprägten Unternehmensgruppe. Deshalb sind auch die „gestandenen“ Führungskräfte Teilnehmer, ganz im Sinne einer „Lernenden Organisation“.

Abschließend darf ich noch unser tolles Jahresergebnis 2016 erläutern und ein ähnlich gutes für das Jahr 2017 in Aussicht stellen.